Programm 2019 / 20


Mittwoch, 9. Oktober 2019

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Deutsch-Italienische Beziehungen“

Dr. Giorgio Taborri, Jahrgang 1968, in Rom geboren, hat zunächst als Jurist gearbeitet, bevor er 2001 in den diplomatischen Dienst eintrat. Nach verschiedenen Stationen im In- und Ausland trat er am 27.10.2017 das Amt des Generalkonsuls in Hannover an, zuständig für die Länder Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Der Vortrag beschäftigt sich zum einen mit den menschlichen Aspekten des langjährigen Austauschs und den engen Verbindungen zwischen Deutschland und Italien, zum anderen aber auch mit den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern.




Mittwoch, 23. Oktober 2019

19.30 Uhr – Stiftskirche St. Marien, Obernkirchen –

„Italienische Orgelmusik – Zur religiösen Bedeutung des Wassers“

Regina Ackmann, Obernkirchen, Kirchenmusikerin an der Stiftskirche St. Marien Obernkirchen

Lassen Sie sich musikalisch nach Italien mitnehmen, schon die Namen der Komponisten klingen wie Musik. Bernado Storace, Ottorino Respighi, Vincenzo Antonio Petrali, Vincenzo Bellini, Giacomo Puccini, Ruggero Leoncavallo, Marco Enrico Bossi, Gioachino Rossini. Natürlich, den einen oder anderen Namen kennen Sie und die Komponisten, die Sie nicht kennen, sollten Sie kennenlernen. Dieses Konzert gibt Gelegenheit dazu. Ouvertüre zu „Il barbiere di siviglia“, oder gar ein „Intermezzo aus Cavalleria rusticana“, ja geht das denn auf der Orgel? Doch, das geht, wenn man das Instrument so beherrscht wie Regina Ackmann. Also ab nach Italien, pardon, ab in die Stiftskirche St. Marien Obernkirchen - lassen Sie sich überraschen.




Mittwoch, 06. November 2019

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Die Erfindung der Renaissance in Florenz“

Dr. Jens Reiche, Bremen, Kunsthistoriker, Privatdozent für Kunstgeschichte

Der Ruhm von Florenz beruht darauf, dass in dieser Stadt in den Jahren nach 1400 die Renaissance entstanden ist. Ein enges Konkurrenzverhältnis von ehrgeizigen Auftraggebern und Künstlern setzte dort einen Prozess in Gang, der binnen weniger Jahre zu völlig neuen Vorstellungen über die Kunst führte. Dies ist vor dem Hintergrund des Humanismus und einer Wiederentdeckung der Antike zu sehen. Der Vortrag wird den Umständen dieses Umbruchs, aber auch der nachträglichen Deutung der Renaissance im Sinne einer Überwindung des „finsteren“ Mittelalters nachgehen.




Mittwoch, 4. Dezember 2019

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Pasta, Papst und Politik“

Alfredo Endres, Ravensburg, Bürgermeister i.R. Regionalvorsitzender der deutsch-italienischen Kulturgesellschaften in Baden-Württemberg

Italien verstehen und lieben. Kultur und Lebensart im Land unserer Sehnsüchte Wie passen „la dolce vita“, Mafia, Müllberge und eine Schuldenlast von über zwei Billionen Euro im kunstreichsten Land der Welt zusammen? Warum hält jede Regierung der „peninsula“ im Schnitt nur 14 Monate durch? Die Antwort kann Alfredo Endres bei dem Philosophen Schopenhauer finden: Mit Italien lebt man so wie mit einer Geliebten: heute im Zank, morgen in Anbetung! Diese Halbinsel wird bei aller Faszination stets ein Land der Widersprüche blei- ben. Trotz des Rechtsrucks und eines Siegeszuges des Antipolitischen wird es überleben. Das 61 –Millionenvolk wird weiterhin netto verdienen, aber mit heller Freude brutto genießen. Die Macht verschleißt nur jenen, der sie nicht hat, meinte immerhin der siebenmalige Ministerpräsident Guiulio Andreotti. Der Referent verspricht einen begeisternden italienischen Abend, an vielen Ko- seworten für dieses Land unserer Sehnsüchte soll es nicht fehlen. Überkochende Emotionen sollen mit einem guten Glas italienischen Weines gelöscht werden!




Mittwoch, 08. Januar 2020

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Im Schatten des Vatikans“

Matthias Fricke-Zieseniß, Sarstedt, Pastor der Ev.-Luth.Landeskirche Hannovers

Warum es auch „im Schatten des Vatikans“ genügend Sonne gibt, lutherische Dia- spora in Italien unter besonderer Berücksichtigung der Ev.-luth. Gemeinde in Rom ist das Thema. Matthias Fricke-Zieseniß studierte evangelische Theologie in Göttingen, Bern und Rom, leistete seinen Zivildienst im Annastift Hannover und ging von 1992 bis 1994 mit dem „Lutherischen Weltbund“ nach Rom. Von 1994 bis 2003 arbeitete er als Pastor in Rodenberg. Danach hatte er die lutherische Pfarrstelle in Rom von 2003 bis 2008 inne. Er wirkte sechs Jahre als Schulpastor in Hameln und Aerzen, lebt seit 2014 mit seiner Familie als Gemeindepastor in Sarstedt, und hat seine Liebe zur Diaspora nie aufgegeben.




Mittwoch, 12. Februar 2020

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Was ist bloß los in Italien“

Dr. Friederike Hausmann,, München, Autorin, Publizistin, Übersetzerin

Die politische Entwicklung in Italien erscheint vor allem seit den Wahlen des letz- ten Jahres chaotisch und unvorhersehbar. Deshalb werden die Zustände – ähnlich wie zu Zeiten Berlusconis – hierzulande oft nicht ernstgenommen, ja zuweilen sogar mit herablassender Häme betrachtet. Diese Haltung ist nicht nur ungerecht, sondern auch äußerst gefährlich. Ganz abge- sehen von der Bedeutung Italiens innerhalb der EU hat sich die Entwicklung auf der Apenninenhalbinsel bereits mehrmals als eine Art Versuchswerkstatt für bedeutende politische Umwälzungen in Europa und der Welt erwiesen. Wie es dazu kommen konnte, dass nun eine mehrheitlich gewählte, offen rassistische rechte Regierung möglich wurde, lässt sich heute natürlich noch nicht abschließend erklären. Neben einem systematischen Überblick über die Vorgänge seit den letzten Wahlen möchte ich vor allem einen Blick auf den Werdegang der Protagonisten des letzten Jahres, die 5-Sterne-Bewegung und die Lega, werfen, damit Sie die „italienischen Zustände“ besser verstehen.




Mittwoch, 4. März 2020

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Die italienische Mafia“

Sandro Mattioli, München, Journalist, Autor, Referent

„Viele haben eine Vorstellung davon, was Mafia ist, und diese Vorstellung nährt sich vor allem aus Film und Literatur. Der Autor und Journalist Sandro Mattioli recherchiert seit mehr als zehn Jahren über die italienische Mafia in Deutschland und berichtet uns, warum dieses Bild falsch ist. Mattioli zeigt anhand von Insider-Wissen, warum es gefährlich ist, dass die deutsche Politik Mafia-Organisationen weitgehend machen lässt, solange sie nicht hierzulande mit Blut- und Gewalttaten für Aufsehen sorgen. Sein Verein mafianeindanke e.V. in Berlin bemüht sich, die Menschen in Deutsch- land für das Thema Organisierte Kriminalität zu sensibilisieren. Eine Arbeit, die langsam Früchte trägt...




Mittwoch, 1. April 2020

19.30 Uhr - Stift Obernkirchen - Festsaal

„Erinnern statt Entschädigen“, „Die Geschichte der italienischen Militärinternierten (IMI) 1943 bis heute“

Dr. Daniela Geppert, Berlin, Historikerin, Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Nach dem Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten am 8.September 1943 nahmen deutsche Truppen italienische Militärangehörige gefangen. Etwa 650.0000 der ehemaligen Verbündeten wurden zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich und in die besetzten Gebiete deportiert. Als Verräter bespuckt, geschlagen und getreten, mussten sie unter schwersten Bedingungen arbeiten. 50.000 starben, viele kehrten unterernährt und krank in ihre Heimat zurück. Jahrzehntelang wurde in Italien und Deutschland über die Geschichte der IMI geschwiegen. Seit 2016 erinnert die bundesweit einzige Dauerausstellung in Berlin an diese Opfergruppe, über deren Entschädigung noch bis 2012 vor internationalen Gerichten verhandelt wurde. Daniela Geppert ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Berlin und Kuratorin der Dauerausstellung „ Zwischen allen Stühlen. Die Geschichte der IMI 1943-1945