Programm 2018 / 19





Mittwoch, 12. September 2018

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Wassersicherheit weltweit – eine gemeinsame Herausforderung“

Alexander Otte, Paris, Historiker und Politologe, beigeordneter Sachverständiger für das hydrologische Programm der UNESCO

Der Vortrag beschreibt Ansätze der internationalen Zusammenarbeit zur Sicherung der Wasserressourcen unter Berücksichtigung wissenschaftlicher und ethischer Perspektiven.




Mittwoch, 17. Oktober 2018

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Quelle des Lebens – Zur religiösen Bedeutung des Wassers“

Dr. Peter Neumann, Rinteln, Theologe, Superintendent i.R.

Ohne Wasser kein Leben. Diese Erfahrung ist so alt wie die Menschheit. Wir nüchternen Neuzeitmenschen reduzieren sie im Wesentlichen auf ihre biologisch-physikalischen Wirkungen. Wasser löscht den Durst und reinigt in vielfältiger Weise. Ganz anders die frühzeitlichen Erdenbewohner. In ihren Schöpfungsmythen wohnen im Wasser numinose Wesen, Geister, Götter und andere. Kann die Moderne etwas Nützliches für das heutige Leben und den Umgang mit der Natur aus dieser Sicht ferner Vorfahren lernen?




Sonntag, 11. November 2018

18.00 Uhr – Stiftskirche St. Marien Obernkirchen

„Orgelkonzert zum Thema Wasser“

Regina Ackmann, Obernkirchen, Kirchenmusikerin an der Stiftskirche St. Marien Obernkirchen

Wasser spielt im Leben des Menschen eine zentrale Rolle – Wasser spielt auch in vielen Musikstücken eine Rolle. Viele ernsthafte aber auch weniger ernsthafte Vertonungen gibt es rund um das Thema Wasser. Regina Ackmann spürt diesem Thema auf der Orgel nach und so verwundert es nicht, dass sie Kompositionen von Bach bis Debussy zu Gehör bringt – lassen Sie sich überraschen.




Mittwoch, 14. November 2018

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Der Ozean im Klimasystem“

Dr. Johann Jungclaus, Hamburg, Ozeanograph, Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg

Der Ozean ist eine entscheidende Komponente im Klimasystem. Dabei spielen die besonderen Eigenschaften des Wassers eine wichtige Rolle: Eine 3m dicke Säule aus Ozeanwasser beinhaltet die gleiche Wärmekapazität wie die gesamte Atmosphärensäule darüber. Daher bietet der Ozean, der 71% der Erdoberfläche bedeckt, ein bedeutendes Reservoir für Wärme und auch klimarelevante Substanzen, wie etwas anthropogenes CO2. Seine Pufferkapazität und seine mit langen Zeitskalen verbundene Trägheit machen den Ozean zum Schwungrad des Klimasystems, oder: ...as goes the ocean, so goes the climate system! So werden in dem Vortrag folgende Themen behandelt: Wärmekapazität von Wasser/Luft/Land, kontinentales vs. maritimes Klima, Transport und Umverteilung von Wärme durch Ozeanströmungen (z.B. der Golfstrom). Es hört sich kompliziert an, der Vortrag richtet sich in Form und Inhalt aber ausdrücklich an ein „Laienpublikum“.




Mittwoch, 09. Januar 2019

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Einmal spülen und vergessen? – Geschichte, Herausforderungen und Potentiale der Abwasserbeseitigung“

Patrick Konopatzki, Berlin, MSc. Stadtökologie, BSc. Agrarwissenschaften, Unabhängiges Institut für Umweltfragen

Wir verbrauchen Unmengen von Trinkwasser um kleinste Mengen von „Abfällen“ im Abwasser kilometerweit zu transportieren und zentral aufbereiten zu lassen. Hormonaktive Substanzen und Arzneimittelrückstände in Gewässern sowie zunehmende Starkregenereignisse und Dürreperioden zeigen den Adaptionsbedarf einer alternden Infrastruktur auf, die im 19. Jahrhundert als Maßnahme gegen Epidemien in den Städten Europas entstanden ist. Bis Kläranlagen ans Netz gingen, wurden Abwässer auf Nutzflächen vor den Städten verrieselt. Diese sind heute teilweise als Altlastenstandorte deklariert. Doch was sind die Gründe dafür? Haben geniale Köpfe wie Rudolph Virchow und James Hobrecht die Situation falsch eingeschätzt? Im Fokus des Vortrags stehen Lehren aus der Geschichte der Abwasserbeseitigung sowie Trends und Potentiale zur Trinkwassereinsparung und Optimierung der Nährstoffrückgewinnung aus Abwasser, die in nicht allzu ferner Zukunft notwendig werden können.




Mittwoch, 13. Februar 2019

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Wasser zwischen Wissenschaft und Esoterik“

Dr. Helge Bergmann, Bassenheim, Dipl.-Chemiker, Wasserwissenschaftler

Wasser ist ein ganz besonderer Stoff mit einer Fülle faszinierender Eigenschaften. Die Wasserforschung entdeckt immer wieder neue Facetten dieser scheinbar so einfachen Flüssigkeit. Auch der Markt für esoterisches Wasser boomt, ob energetisiert, verwirbelt oder in anderer Weise „verbessert“. Nach den Heilsversprechen der Angebote gibt es kaum eine gängige Krankheit, von Kopfschmerzen bis Krebs, die nicht mit irgendeinem Wunderwässerchen geheilt werden könnte. Geht man eher wissenschaftlich als gläubig in die Details solcher Werbung, wird man zwar viele Behauptungen über heilsame Wirkungen finden, nicht aber reale Nachweise. Dieser Mangel wird häufig durch pseudowissenschaftliche oder irreführende Erklärungen überdeckt. Eine kritische Durchsicht solcher Werbung entlarvt die Defizite der Angebote und die Tricks der Anbieter von Wunderwässern.




Mittwoch, 13. März 2019

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Wasserwelten: Eine literarische Expedition zur Quelle des Lebens“

Gerhard Radtke, Obernkirchen, Lehrer i.R.

„In dieser Nacht ging der Regen los wie eine Explosion in einer Glasfabrik. Er fetzte das Laub von den Bäumen, die Bäume aus der Erde. Lichtblitze brachen den Himmel auf, der Donner fuhr auf die Hügel nieder wie Ohrfeigen“ (T.C.Boyle, Wassermusik). Sintflutartige Regengüsse und heilige Flüsse, Badefreuden und –alpträume, das Schicksal Schiffbrüchiger und Verdurstender, Strände, Küsten und Ufer, Meeresrauschen und der Blick in die Tiefe, Unterwassergeheimnisse, Seegespenster …. Die Literatur hat sich all` dieser Themen angenommen und sie vielfältig, phantasie- und kunstvoll gestaltet. So ermöglicht sie den Literaturfreunden beim nachdenklichen Blick in den (Wasser-)spiegel nicht nur berauschende Leseerlebnisse, sondern auch ernüchternde (Selbst-)erkenntnisse – gute Gründe für diese Lesung: Nehmen Sie an Hand ausgewählter literarischer Fundstücke teil an einer unterhaltsamen Entdeckungsreise zur Quelle des Lebens.




Mittwoch, 03. April 2019

19.30 Uhr - Stift Obernkirchen - Festsaal

„Die Aue – Biografie eines Bachs“

Arne Boecker, Obernkirchen, Journalist, Strull & Schluke

Die (Bückeburger) Aue entspringt in Hattendorf und mündet in Petershagen in die Weser. Auf ihrem 39 Kilometer langen Weg hat sie über Jahrhunderte das Wirtschaftsleben unserer Region geprägt. Als Beispiele seien hier nur die Mühlen in Rolfshagen, Buchholz, Ahnsen und Vehlen genannt. Eisenhämmer stellten u.a. in Bernsen, Rolfshagen und Buchholz Äxte, Spaten und Sensen her. Mit Hilfe alter Unterlagen, vor allem aber von Zeitzeugen-Berichten, zeichnet Strull & Schluke nach, welche Rolle die Aue früher im Leben der Anrainer gespielt hat.




Mittwoch, 24. April 2019

19.30 Uhr – Stift Obernkirchen – Festsaal

„Wasser für alle: Von Durst und Dürre“

Uwe Becker, Hannover, Beauftragter Brot für die Welt der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Ohne Wasser gibt es kein Leben. Wasser, Ernährungssicherheit und Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden. Doch in vielen Regionen der Erde wird das Wasser knapp und 1,8 Milliarden Menschen weltweit verwenden weiterhin verunreinigtes Trinkwasser. Vor allem arme Familien und Kleinbauern trifft die globale Wasserkrise. Gibt es genug Wasser für eine stetig wachsende Menschheit? Oft genug „versteckt“ sich das Wasser in Produkten – hat das Auswirkungen auf die globale Versorgung? Kann eine Organisation wie Brot für die Welt hier helfen? Diesen und weiteren Aspekten einer globalen Sicht auf das Thema Wasser geht Uwe Becker in seinem Vortrag „Wasser für alle“ nach.




Mittwoch, 08. Mai 2019

19.30 Uhr - Stift Obernkirchen - Festsaal

„Wasser und Bergbau – eine faszinierende Geschichte“

Prof. Dr. Karl-Heinz Schneider, Hannover, Historiker, Leibniz-Universität Hannover

Wasser und Bergbau gehören zusammen, gleichsam im Guten wie im Bösen. Wasser ist im Bergbau eine immerwährende Herausforderung, es muss abgeleitet oder abgepumpt werden, was nicht nur hohe Kosten verursacht, sondern auch vielfältige technische Lösungen erfordert. Grubenwasser sind zudem oft verschmutzt und stellen eine Belastung für die Umwelt dar. Andererseits konnte Wasser die Lösung technischer Probleme darstellen wie im Harz, wo durch eine sorgfältige Wassernutzung Wasserräder betrieben wurden, die der Erzförderung dienten. Der Vortrag wird mit den schaumburgischen Verhältnissen beginnen, dann aber auch andere Bergbaureviere und aktuelle Probleme behandeln.