Refrentin

  • Dr. Helga Peham
  • Autorin, Historikerin und Psychologin
  • Wien

Vortrag

Mittwoch, 18. Oktober 2017
19.30 Uhr – Stift Obernkirchen - Festsaal

„Die Salonièren und die Salons in Wien – 200 Jahre Geschichte einer besonderen Institution“
Während der Aufklärung erreicht die Salonkultur endlich auch Wien. Für die Damen der Gesellschaft, für Dichter und andere Künstler wird der Salon zum Brennpunkt der Diskussion. Hier werden neue Theorien erprobt, Kunstwerke präsentiert, hier wird leidenschaftlich diskutiert.
Charlotte und Hofrat von Greiner – sie Maria Theresias Privatsekretärin, er bald ein hoher Beamter, gründen den ersten Wiener Salon. Ihre Tochter, die Schriftstellerin Karoline Pichler, eröffnet später ihren eigenen Salon.  Tonangebend um die Zeit des Wiener Kongresses ist neben Pichlers Salon jener von Fanny von Arnstein. In der Zeit des Biedermeiers bekommen manche Salons eine betont musikalische Note – Musik ist weniger riskant als Worte.
Im Zuge des aufkeimenden Liberalismus entstehen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlreiche berühmte Salons, die um 1900 zur Hochblüte gedeihen – auch ein Zentrum für den Austausch mit anderen Städten wie Berlin und Paris. Vertreibung und Zweiter Weltkrieg beenden das Salonleben.